Julisonne


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Was sind eure Kinder wert?

Schon seit einiger Zeit sucht eine Bekannte aus München einen Babysitter für ihr Kind. Das ist gar nicht so einfach, denn die Zahl der Babysitter in der Hauptstadt Bayerns ist rar. Durch das neue Schulsystem haben Schüler weniger Zeit und auch Studenten müssen für ihr Studium mehr tun. Findet sich dann nach langem Suchen doch endlich der ehrsehnte Babysitter, schlucken die Mütter heftig, bei der Nennung des Stundenlohns. Zehn bis zwölf Euro verdient ein Babysitter in der Stadt München. Vielen Mütter ist das zu viel Geld, sie meinen, man muss ja nur ein bisschen auf die Kinder schauen und sie vielleicht noch unterhalten. Jedoch ist es eine große Verantwortung, die man für ein fremdes Kind übernimmt. Das wird oft unterschätzt, wie ich denke.

Es finden sich auch in München und Umgebung Babysitter, die nicht so viel verlangen. Das ist den Müttern und Vätern dann aber auch nicht recht, denn meist sind diese Anbieter höchstens vierzehn und an so junge Menschen möchten die Eltern ihre Kinder nicht übergeben. Deshalb nehmen die Münchner die Preise der Babysitter an.

 
Ich selbst wohne etwas abseits von München und babysitte schon seit einiger Zeit und bin endlich alt genug, nämlilch siebzehn, dass die Eltern einen für verantwortungsvoll halten und einem das Kind gerne überlassen. Auch hier gibt es nicht mehr viele Babysitter und ich bekomme immer mehr Anfragen. Erst heute habe ich mich einer neuen Familie mit einem Kind vorgestellt. Ich habe einen Stundenlohn vorgeschlagen, jedoch war dieser zu hoch im Vergleich zur Tagesmutter. Denn diese hat ja eine Ausblidung und ich nicht. Aber ich betreue das Kind auch einzelnd und nicht mit noch fünf anderen Kinder gleichzeitig!  Außerdem ist es wertvolle Zeit, die ich für das Kind gebe. Schließlich könnte ich anstattdessen für die Schule lernen oder anderswo mehr Geld verdienen. Ist ja nicht so, dass ich nichts zu tun hätte. Jetzt bekomme ich sechs Euro für ein Kind. Mit Spielen, ins Bett bringen und anschließend auf die Mutter warten. Woanders acht Euro für zwei Kinder. Acht Euro ist in Ordnung, mehr bekomme ich hier nicht.

 

Ich will micht ja nicht nur Beschweren, ich habe sehr viele nette Familien und es macht Spaß mit den Kindern zu spielen, jedoch bin ich der Meinung, dass sich die Eltern durch den Kopf gehen lassen sollten wie viel ihnen ihre eigenen Kinder und vorallem ihre eigene freie Zeit wert sind. Denn wenn sie nichts zahlen wollen, werden sich auch keine Babysitter mehr finden.


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Die S-Bahn mag mich wohl nicht

Ich mache mein FOS-Praktikum bei Frauenobdach in der Nähe vom Hauptbahnnhof.

Alle zwei Wochen arbeite ich dort und fahre somit genau 30 Minuten S-Bahn.

Normalerweise ist es ein halbe Stunde, wenn die S-Bahn denn mal normal fährt. Ich habe es letzte Woche gerade zweimal geschafft nach Fahrplan pünktlich zu Hause anzukommen.

An den restlichen neun Tagen gab es Probleme bei der Bahn.

Im Radio habe ich schon am Vortag gehört, es solle wieder gestreikt werden ab halb neun. Toll, meine S-Bahn fährt um 8.22 Uhr. Soll ich jetzt eine S-Bahn früher nehmen und auf Nummer sicher gehn oder doch lieber länger schlafen. Am zweiten Arbeitstag wollte ich dann doch nicht zu spät kommen und hab lieber die raren Geschäfte am Hauptbahnhof aufgesucht.

Der nächste Tag war okay, ein paar Minuten zu spät, aber das ist normal. Bis wir dann wiedermal am Westkreuz stehen geblieben sind. Dort hab ich noch nicht einmal die Hälfte der Fahrt hinter mir. Warten…warten. „Liebe Fahrgäste. Wegen einer Weichenstörung am Ostbahnhof endet dieser Zug bereits in Pasing und wir bitten sie entweder hier auszusteigen oder eine Station weiterzufahren und dort umzusteigen.“ Toll, steig ich eben aus und warte auf die nächste S-Bahn, die dann hoffentlich fährt. War doch zu kalt draußen. Da bin ich wieder eingestiegen und nach dem Umsteigen in Pasing ging die Fahrt normal, aber ohne Sitzplatz weiter.

Nach noch ein paar Streiks und kleinen Behinderungen kam der Hammer in der nächsten Woche am Mittwoch.
Wir durften früher gehn, ich bin noch kurz was besorgen gegangen und dann schnell zur S-Bahn, damit ich es rechtzeitig schaffe. Ich hab mich schon gefreut früh zu Hause zu sein, aber … zu früh gefreut.
Keine S-Bahn fährt in Richtung Pasing.Wir sollen auf die Tram 19 umsteigen.

Mit meiner Freundin, die mit mir Praktikum macht, haben wir die Tram gesucht. Natürlich sind alle Stationen an der gleichen Stelle, nur unsere nicht. Noch ein rießen Umweg gelaufen und dann rein in die Tram. Nach der zweiten Station war diese überfüllt, sodass weder jemand rein noch raus konnte.
Alle dachten, dass es in Pasing normal mit den S-Bahnen weiter geht. Aber dort war der Schaden. Über meinen Bruder, der auch in Pasing stecken geblieben ist, habe ich erfahren, dass in Pasing ein Baukran auf die Oberleitungen gekracht ist und dort garnichts mehr ging. Komplette Verkehrsbehinderungen durch Busse, Trambahnen, Taxis und Autos.
Gott sei Dank haben wir eine so liebe Mama, die uns in Pasing abgeholt hat und wir nach fast drei Stunden, anstatt einer halben Stunde, dann zu Hause angekommen sind.
Es war trotzdem ein schönes Erlebnis 😀